Zulassungsvoraussetzungen sollen künftig auch für den Wohnungseigentumsverwalter gelten.

31.8.2016 - Kabinett beschließt Berufszulassungsregelungen für Immobilienmakler und Wohnungseigentumsverwalter

Lange hat es gedauert, viel zu lange. Und noch immer ist es nicht in Sack und Tüte, dass ein Wohnungsverwalter seine Eignung für diesen Beruf nachweisen muss. Aber ein entscheidender Schritt ist getan, nun soll doch noch die Vereinbarung aus dem  Koalitionsvertrag:  "Zudem wollen wir einen Sachkundenachweis einführen und Standards aus anderen Beratungsberufen auf das Maklergewerbe übertragen. Wir werden berufliche Mindestanforderungen und Pflichtversicherungen für Wohnungsverwalter und Immobilienmakler verankern" mit einem Gesetzestext geregelt werden. Höchste Zeit, denn die nächste Bundestagswahl steht ja bereits vor der Tür. In der PRESSEMITTEILUNG des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie heißt es:

"In Umsetzung des Koalitionsvertrages hat die Bundesregierung am 31. August 2016 einen Gesetzesentwurf beschlossen, wonach für Immobilienmakler und Wohnungseigentumsverwalter neue und qualitätssichernde Berufszulassungsregelungen geschaffen werden sollen:

  • Für Immobilienmakler werden die Erlaubnisvoraussetzungen verschärft indem zusätzlich ein Sachkundenachweis verlangt wird. Für Wohnungseigentumsverwalter wird erstmals eine Erlaubnispflicht in der Gewerbeordnung eingeführt. Für die Erlaubniserteilung müssen Wohnungseigentumsverwalter künftig ebenfalls einen Sachkundenachweis vorlegen sowie darüber hinaus eine Berufshaftpflichtversicherung abschließen.
  • Durch die Einführung eines Sachkundenachweises wird die Qualität der Dienstleistung von Immobilienmaklern und Wohnungseigentumsverwaltern verbessert und damit der Verbraucherschutz gestärkt. Bei den Wohnungseigentumsverwaltern soll der Sachkundenachweis zudem einen Beitrag zur Förderung der energetischen Gebäudesanierung und Modernisierung von Wohnimmobilien leisten.
  • Durch die Einführung einer Berufshaftpflichtversicherung werden Wohnungseigentümer vor finanziellen Schäden geschützt werden, die durch die fehlerhafte Berufsausübung von Wohnungseigentumsverwaltern entstehen können."

Insbesondere die so genannte " Alte-Hasen-Regelung" (Befreiung der  WEG-Verwalter von der Sachkundprüfung, die seit mindestens sechs Jahren ununterbrochen selbstständig tätig sind), und die zu kurz gegriffene Versicherungspflicht (Betriebshaftpflichtversicherung und die Vertrauensschadenversicherung gehören zwingend dazu) sind nachbesserungswürdig. Der VDWE fordert auch eine Qualifizierungspflicht für jeden Wohnungsverwalter. Ohne regelmäßige Weiterbildung ist keine ordentliche Verwaltertätigkeit gesichert.

Wann mit der Einführung der Neuregelung zu rechnen ist schwer vorauszusagen. Das Gesetz muss zuerst verkündet und dann mit einer Rechtsverordnung untersetzt werden. Spätestens Anfang 2018 dürfte die neue Zulassungs-Regelung dann in Kraft treten, meinen einige Experten.  

Den Gesetzentwurf zur Berufszulassungsregelung für Immobilienmakler und Wohnungseigentumsverwalter finden Sie hier (PDF: 108 KB).

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Verwalterwahl bedarf mindestens drei Vergleichsangebote

LG Dortmund 14.06.2016 1 S 455/15

Das Gericht urteilt abweichend von der bisher allgemein anerkannten Rechtsauffassung, dass Vergleichsangebote auch bei einer Wiederwahl eines Verwalters nötig sind, werden die Leistungen von anderen Verwaltern "spürbar günstiger" angeboten.

Aus unserer Beratungserfahrung ist dieses Urteil bezüglich der Verwalterwahl kritisch zu sehen. Unumstritten werden die Vergleichsangebote bei einer Wahl eines neuen Verwalters zwingend erforderlich. Zumindest bei einer Wiederwahl des alten Verwalters sollte das Honorar an zweiter Stelle der Beurteilung stehen. Wem nützt ein neuer kostengünstigerer Verwalter, an den man sich möglicherweise fünf Jahre bindet, wenn die Qualität seiner Arbeit seinen Honorarforderungen entspricht. "Wer billig kauft, kauft zweimal", diese Erfahrung muss man nicht mehrmals machen! Das hat auch der BGH mit seinem Beschluss vom 01.04.2011, V ZR 96/10 so gesehen- "Alternativangebote seien bei der Wiederwahl des Verwalters entbehrlich".